Marktanalyse und ökologische Bilanzierung von Brettsperrholz

Ein Vergleich zwischen einer Brettsperrholz-Außenwand und einer Ziegel-Außenwand unter dem Aspekt der CO2-Bilanz - Ergebnisse einer Diplomarbeit an der HTL-Mödling / Abteilung Holztechnik

Ende Mai präsentierten die Absolventen der HTL-Mödling / Abteilung Holztechnik zwölf Abschlussarbeiten im Festsaal der Schule.

Zwei Schüler, Oliver Kobel und Thomas Vogel haben sich speziell mit dem Thema Brettsperrholz im Vergleich einer Ziegel Außenwand unter dem Aspekt der CO2 Bilanz auseinandergesetzt.

Der Hauptaspekt der Projektarbeit lag bei der Marktanalyse von Brettsperrholz am österreichischen Markt. Die Ergebnisse der Befragung zeigten deutlich, dass der Holzbau am österreichischen Markt immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Die Aufgabenstellung umfasste neben der Marktanalyse von Brettsperrholz auch eine Öko-Bilanz. Anhand verschiedener Literaturaufzeichnungen wurde der CO2- Ausstoß bei der Herstellung von Brettsperrholz dargestellt. Da der Großteil der Hausbauer zum traditionellen Ziegelbau tendiert, wurde eine Gegenüberstellung des CO2 - Ausstoßes einer typischen Ziegel- und Brettsperrholz- Außenwand für 1m² erstellt. Bei diesem Vergleich konnte die gute CO2- Bilanz einer Brettsperrholzwand bestätigt werden. Der Ausstoß von CO2 einer BSP- Außenwand beträgt nur ein Viertel des CO2- Ausstoßes einer Ziegel- Außenwand.

Insgesamt wurden von den Studenten mehrere hundert Konsumenten bzw. Bauinteressierte befragt. Um die Zielgruppe auf jene Personen einzuschränken, die sich gerade mit dem Thema Hausbau beschäftigen, wurde die Befragung im Fertighauszentrum »Blaue Lagune« in Vösendorf bei Wien durchgeführt.

Die Auswertungen der Befragung ergaben auszugsweise folgende Ergebnisse:

33 Prozent der Befragten würden sich für eine Holzbauweise entscheiden, davon 24 % für die Holzriegelbauweise und 9 % für Holzmassivbauweise.

Als Argumente für die Holzmassivbauweise wurden insbesondere die Optik (29%), die schnelle Bauzeit (29%), die Wärmedämmung (28%), sowie die Erfahrungen (9%) und die Haltbarkeit (5%) angeführt.

Die besonderen Vorteile von Brettsperrholz sind mit 32 Prozent die schnelle und leichte Verarbeitung,  Ã–kologie mit 31%, das Wohlbefinden ist mit 11% ein Vorteil und mit 10% der Preis. Weitere Nutzen sind mit 8% das Energie sparen und mit 7 Prozent die Optik.

Als Nachteile des Holzwerkstoffes Brettsperrholz werden von den Konsumenten die Aspekte Haltbarkeit (41%), Wertbeständigkeit (21%), Brennbarkeit (17%), Preis (15%)  und die geringe Einbringmöglichkeit von Eigenleistung (6%) angesehen.

Im zweiten Teil der Arbeit wurde ein ökologischer Vergleich einer Brettsperrholz-Außenwand mit einer Ziegel-Außenwand unter dem Aspekt der CO2-Bilanz geführt. Dazu wurden zwei Wandaufbauten gewählt, die in ihrer bauphysikalischen Ausführung, insbesondere im Wärmeschutz, gleichwertig sind. Sowohl die Ziegelwand, als auch die Außenwand aus Brettsperrholz verfügen über eine Außendämmung. Die einzelnen Bauteilschichten wurden hinsichtlich ihres CO2-Ausstoßes bei der Herstellung beurteilt und so ergab sich: ein CO2-Ausstoß von 21 kg/m2 Wandfläche bei der Herstellung der gewählten Außenwand in Brettsperrholz-Bauweise und ein CO2-Ausstoß von 65,4 kg/m2 Wandfläche bei der Herstellung der verglichenen Außenwand in Ziegel-Bauweise. 

Informationen
DI Dr. Josef Bodner
T +43(0)2236 / 408-750
holztechnik@htl.moedling.at

 


erstellt am 21.06.2011