"Wald und Holz" im Parlament - Am Plenartag verwandelte sich die Säulenhalle in einen Wald.
Am Plenartag des Österreichischen Nationalrats, 21. September 2011, verwandelte sich die Säulenhalle des Parlaments in einen Wald. Im Pressegespräch „Ein zweiter Wald aus Häusern – Holzbauanteil in Österreich“ wurde erstmals eine aktuelle Erhebung des Holzbauanteils, durchgeführt durch die Universität für Bodenkultur, präsentiert.
"Wald und Holz" im Parlament
Das von der UNO ausgerufene "Internationale Jahr des Waldes" nahmen proHolz Austria und die Kooperationsplattform FHP (Forst Holz Papier) zum Anlass, um den Wald ins Parlament zu bringen. Ein 300 m2 großer Deckenscreen mit Baumkronen begrünte das Glasdach der Säulenhalle. So verwandelten sich die Säulenreihen der imposanten Halle zur "Baumallee".
Säulenhalle als Baumallee
Am Plenartag des Nationalrats (21. September) verwandelte sich die Säulenhalle des Parlaments in einen Eichenwald. Damit sollte der Rohstoff Holz und dessen wirtschaftliche Bedeutung stärker ins Bewusstsein der Politik und Gesellschaft gerückt werden. Auf Weißtannenbrettern wurden Kernargumente für eine vermehrte Holzverwendung vermittelt.
Nationalratspräsidentin Prammer wünscht gute Kooperation zwischen Holz- und Forstwirtschaft sowie der Politik
"Dass der Wald auf so eindrucksvolle Art und Weise ins Parlament gebracht wurde, ist eine tolle Sache", unterstrich Nationalratdpräsidentin Barbara Prammer in Ihren Eröffnungsworten. "Für die Politik ist es wichtig, dass dem Wald entsprechende Bedeutung beigemessen wird." Abschließend wünschte sich die Nationalratspräsidentin eine gute Kooperation zwischen der Holz- und Forstwirtschaft sowie der Politik.
Die Forst- und Holzwirtschaft beschäftigt 292.000 Menschen
"Vom Holz profitieren in Österreich 292.000 Menschen in 172.000 Betrieben, die entlang der Wertschöpfungskette Forst- Holz-Papier tätig sind", kommentierte Georg Adam Starhemberg, Vorsitzender Fort Holz Papier, die wirtschaftliche Bedeutung der Branche. "Sie erwirtschaftet einen jährlichen Produktionswert von etwa 12 Mrd. Euro. Im Vorjahr erbrachte die österreichische Holzwirtschaft einen Exportüberschuss von 3,42 Mrd. Euro."
Nach der gemeinsamen Eröffnung durch Barbara Prammer und Georg Adam Starhemberg wurde im anschließenden Pressegespräch "Ein zweiter Wald aus Häusern - Holzbauanteil in Österreich" erstmals eine aktuelle Erhebung des Holzbauanteils, durchgeführt durch die Universität für Bodenkultur, präsentiert.
Ein zweiter Wald aus Häusern - Holzbauten als CO2-Speicher
In der Studie der BOKU Wien "Ein zweiter Wald aus Häusern - Holzbauanteil in Österreich" wurde erstmals der Holzbauanteil in Österreich erhoben. Die Daten zeigen, dass der Holzbau im Vormarsch ist und Marktanteile gewinnt. Für den Erhebungszeitraum von 1998 bis 2008 ergab es zum Beispiel folgende interessante Entwicklung: Der Anteil des Holzbaus aller anzeige- bzw. bewilligungspflichtigen Hochbau-Bauvorhaben in Österreich stieg von 25 auf 39 Prozent. Das bedeutet, dass bereits mehr als ein Drittel aller Bauprojekte in Holz geplant waren.
Der urbane Raum zeigt eine klare Zunahme der Holzbauaktivitäten, hier konnten besonders hohe Holzbauanteile von bis zu 45 % bei anzeige- und bewilligungspflichtigen Wohnbauvorhaben verzeichnet werden. Der Holzbauanteil in den Ballungsräumen stieg österreichweit von 23 % im Jahr 1998 auf 33 % (2008). In Wien wurde 2008 jedes vierte Bauvorhaben im Wohnbau mithilfe einer Holzkonstruktion umgesetzt.
Holzbauten sind CO2-Speicher
Jedes Holzbauwerk - ob Haus, Brücke oder Halle - speichert den Kohlenstoff, den der ursprüngliche Baum, aus dem es gefertigt wurde, der Atmosphäre entzogen hat. Und das ist eine ganze Menge: In rund 1 m3 Holz wird 1 Tonne CO2 gespeichert! Und dieser Kohlenstoff bleibt solange gebunden und damit der Atmosphäre entzogen, solange das jeweilige Holzprodukt in Verwendung bleibt - und oft auch darüber hinaus. Gelingt es, den jährlichen Holzverbrauch bis etwa 2015 zu verdoppeln, so steigt auch die Menge CO2, die der Atmosphäre erspart wird, um 100 % auf 6,2 Millionen Tonnen. Das entspricht der Jahresemission von 4,1 Millionen Kraftfahrzeugen). Und so könnte ein zweiter Wald aus Häusern geschaffen werden.
Zukunftsperspektiven für den Holzbau
Das man Marktanteile des Holzbaus am Bauvolumen steigern könnte, lag laut Erich Wiesner, Obmann der Österreichischen Holzindustrie, an den Lösungsansätzen für wichtige Zukunftsfragen wie Energieeffizienz, CO2-Reduktion oder Wirtschaftlichkeit. "In Österreich jedoch stehen wir vor der Situation, dass die Prestigeprojekte für Holz im mehrgeschossigen Bauwesen derzeit von österreichischen Holzbauunternehmen leider im Ausland verwirklicht werden (z.B. Berlin, London) da die Zulassung und Umsetzung in Österreich die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen", kritisiert Wiesner. "Daher fordern wir gerade jetzt entsprechende Maßnahmen und Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen":
_Bauordnungen und Bautechnikverordnungen für neue Holzbauanwendungen öffnen: Dadurch soll die Verwendung von Holz speziell im städtischen Bereich und in den Ballungszentren zugelassen und gesteigert werden.
_Holz im Hochbau: Die Errichtung mehrgeschossiger Gebäude, etwa bis zu 8 Stockwerken, sollte als Standard möglich sein. _Beitrag des Holzbaus zur Energieeffizienz: Die Novelle der EU-Gebäuderichtlinie von 2010 enthält die Vorgabe, dass alle Neubauten ab 2020 und die öffentlichen Gebäude ab 2018 als Niedrigst-Energiegebäude (Fast-Nullenergiehäuser) gebaut werden müssen.
_In diesem Zusammenhang fordern wir auch eine Anerkennung bzw. Anrechnung der CO2-Speicherung von Holz in langlebigen Bauprodukten und Konstruktionen. _Unsere Forderung an die Politik ist, dass Holz mit anderen Materialien auf die gleiche Ebene gestellt wird. Die Pressetexte sind als Download verfügbar.






